Morbus Addison und Morbus Conn: Das Aldosteron-Sprüchlein als Prüfungs-Geheimwaffe
Shownotes
Die wichtigsten Inhalte dieser Folge
Das Aldosteron-Sprüchlein - dein Schlüssel zum Erfolg:
- Aldosteron holt Natrium und Wasser zurück aus dem Harn ins Blut
- Gleichzeitig scheidet es Kalium und H-plus aus
- Mit diesem einen Satz kannst du dir beide Krankheitsbilder herleiten
Morbus Addison (Nebennierenrindeninsuffizienz):
- Definition: Primäre, chronische Nebennierenrindeninsuffizienz
- Betroffene Hormone: Aldosteron, Cortisol UND Androgene fallen aus
- Leitsymptome: Hypotonie, Hyperkaliämie, Bronzehaut (Hyperpigmentierung)
- Merkhilfe: Schwäche, Gewichtsverlust, Hyperpigmentierung, Hypotonie
- Komplikation: Addison-Krise als lebensbedrohlicher Notfall
Morbus Conn (Hyperaldosteronismus):
- Definition: Autonomer Überschuss an Aldosteron
- Leitsymptom: Therapieresistente Hypertonie
- Weitere Symptome: Hypokaliämie, Muskelschwäche, Herzrhythmusstörungen
- Ursachen: 70% beidseitige Hyperplasie, 30% einseitiges Adenom
Prüfungsfallen, die du unbedingt kennen musst:
- Addison macht KEINE Ödeme (trotz Flüssigkeitsverlust)
- Hyperaldosteronismus führt zu Hypokaliämie, NICHT Hyperkaliämie
- Spironolacton (Aldosteron-Antagonist) kann Hyperkaliämie auslösen
- Conn = Dauerbluthochdruck, Phäochromozytom = anfallsweise Krisen
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Transkript anzeigen
00:00:01: LUKAS: Hallo zusammen! Willkommen bei den Heilpraktiker-Hacks!
00:00:03: SARAH: Hier sind wieder eure Prüfungsknacker – ich bin Sarah…
00:00:07: LUKAS: …und ich bin Lukas. Und heute, Sarah, nehmen wir uns zwei Krankheitsbilder vor, die auf den ersten Blick vielleicht unspektakulär klingen – die aber einige wichtige Zusammenhänge triggern.
00:00:07: SARAH: Morbus Addison und Morbus Conn. Und ich sage euch gleich: Wer am Ende das Wort „Aldosteron" richtig einordnen kann, der hat richtig viel gewonnen.
00:00:26: LUKAS: Genau. Diese beiden Erkrankungen drehen sich im Kern um dieses eine Hormon. Und wenn ihr versteht, was Aldosteron macht – und was passiert, wenn es fehlt oder zu viel davon da ist – dann könnt ihr euch die Symptome beider Erkrankungen selbst herleiten. Ihr müsst sie nicht auswendig lernen.
00:00:42: SARAH: Das ist übrigens das Schöne an diesen beiden. Die sind wie Spiegel voneinander. Der eine hat zu wenig, der andere zu viel. Aber fangen wir von vorne an.
00:00:51: LUKAS: Okay. Erst mal kurz die anatomische Grundlage. Die Nebenniere – die sitzt ja bekanntlich oben auf der Niere...
00:00:58: SARAH: Und Achtung: sie ist ein eigenes Organ und hat mit der Niere erstmal nichts zu tun. Bitte auseinanderhalten. Das war in ein paar Prüfungsfragen ein Fallstrick.
00:01:07: LUKAS: Stimmt. Da bin ich auch schon mal drauf reingefallen. Also, Die NEBEN-Niere besteht aus zwei Teilen: dem Mark innen und der Rinde außen. Im Mark werden die Katecholamine gebildet: Adrenalin und Noradrenalin.
00:01:07: SARAH: Die Rinde ist dann nochmal in drei Schichten aufgeteilt. Außen wird Aldosteron gebildet – das ist unser Mineralokortikoid. In der mittleren Schicht das Cortisol, unser Glukokortikoid. Und in der innersten Schicht die Androgene, also die Sexualhormone.
00:01:36: LUKAS: Wichtig für uns heute: Diese drei Hormone werden unterschiedlich reguliert. Das Aldosteron hängt am RAA-System – also Renin-Angiotensin-Aldosteron. Das Cortisol läuft über die Hypophyse, über das ACTH. Das merkt ihr euch, das brauchen wir gleich beim Addison. Und die Sexualhormone - tja, die hängen am ehesten auch am ACTH mit dran.
00:01:59: SARAH: Gut. Dann steigen wir ein. Morbus Addison. Was ist das überhaupt?
00:02:03: LUKAS: Der Morbus Addison ist eine chronische, primäre Nebennierenrindeninsuffizienz. Primär heißt: Das Problem sitzt in der Nebennierenrinde selbst – nicht irgendwo im Regelkreis darüber. Die Rinde macht schlapp, und zwar komplett. Alle drei Schichten.
00:02:19: SARAH: Das heißt, beim Addison fällt nicht nur das Aldosteron weg, sondern auch das Cortisol und die Androgene.
00:02:25: LUKAS: Genau. Und das ist ein wichtiger Punkt für die Prüfung: Es gibt in den Lernmaterialien manchmal den Begriff „weißer Addison" – gemeint ist dann ein Problem in der Hypophyse, wo zu wenig ACTH produziert wird. Aber das ist medizinisch kein echter Addison. Warum?
00:02:41: SARAH: Weil beim echten Addison das Problem in der Rinde selbst ist. Der Addison ist definiert als eine primäre Problematik. Und wenn die Rinde selbst kaputt ist, dann steigt das ACTH kompensatorisch an – der Körper versucht ja, die Rinde anzufeuern. Bei einem Problem im Hypophysenvorderlappen oder im Hypothalamus wäre das ACTH niedrig, und es wären dann auch nur das Cortisol und die Sexualhormone betroffen, nicht das Aldosteron.
00:03:07: LUKAS: Sehr schön. Und dieses erhöhte ACTH bei der primären Rindeninsuffizienz hat dann noch eine ganz besondere Konsequenz – die ist sogar namensgebend für eine der bekanntesten Bezeichnungen der Erkrankung.
00:03:18: SARAH: Die Bronzehautkrankheit! ACTH und MSH – das melanozytenstimulierende Hormon – entstehen aus dem gleichen Vorläufermolekül, dem Proopiomelanocortin. Die werden quasi zusammen ausgeschüttet. Und das MSH sorgt dafür, dass die Melanozyten aktiv werden – die Haut wird dunkler.
00:03:38: LUKAS: Deshalb sehen Addison-Patienten oft aus, als kämen sie frisch aus dem Urlaub – obwohl es ihnen eigentlich schlecht geht. Die Pigmentierung fällt besonders auf an den Handlinien, Narben, Lippenrändern. Das ist ein klassisches Erkennungszeichen.
00:03:51: SARAH: Gut. Jetzt zu den Ursachen – kurz, damit wir das im Hinterkopf haben. Die häufigste Ursache ist eine Autoimmunreaktion. In etwa 75 Prozent der Fälle richten sich Antikörper gegen das Nebennierenrindengewebe. Dann gibt es noch Tuberkulose, Tumore, Metastasen.
00:04:07: LUKAS: Und interessant: Der Addison betrifft vor allem Frauen zwischen 20 und 40 Jahren. Das ist auch prüfungsrelevant bei Fallbeispielen.
00:04:16: SARAH: So, und jetzt kommt das Herzstück. Das Aldosteron-Sprüchlein.
00:04:21: LUKAS: Ja, das müsst ihr wirklich können. Unser Aldosteron-Sprüchlein: Aldosteron holt Natrium und Wasser zurück aus dem Harn ins Blut – und scheidet dafür Kalium und H-plus aus. Das ist der Deal.
00:04:34: SARAH: Und beim Addison – weniger Aldosteron – dreht sich das alles um. Also erstens: Weniger Natrium und Wasser werden zurückgeholt. Was passiert dann?
00:04:43: LUKAS: Das Blutvolumen sinkt. Und wenn das Blutvolumen sinkt, sinkt der Blutdruck. Wir kommen in eine Hypovolämie, und dadurch in eine Hypotonie. Und durch den Flüssigkeitsverlust auch in einen Gewichtsverlust.
00:04:56: SARAH: Und zweitens auf der anderen Seite – weniger Kalium und H-plus werden ausgeschieden. Das heißt, beides bleibt im Körper. Wir bekommen eine Hyperkaliämie und eine Azidose.
00:05:07: LUKAS: Genau. Und die Hyperkaliämie ist besonders gefährlich, weil das Kalium direkt die Erregbarkeit des Herzens beeinflusst. Herzrhythmusstörungen sind eine ernste Komplikation beim Addison.
00:05:18: SARAH: Das Natrium sinkt übrigens AUCH im Blut – Hyponatriämie – weil wir es ja nicht mehr so gut zurückholen. Das erklärt auch den typischen Salzhunger, den Addison-Patienten oft beschreiben.
00:05:28: LUKAS: Jetzt kurz zu den Prüfungsfragen, die dazu kommen. Zum Beispiel 2006: „Welche Aussagen zum Morbus Addison treffen zu?" – und eine der Antwortmöglichkeiten war: Es besteht ein Überschuss an Aldosteron. Was sagt ihr?
00:05:42: SARAH: Nein, natürlich nicht. Beim Addison fehlt das Aldosteron. Das ist eine klassische Umkehrfrage.
00:05:48: LUKAS: Richtig. Und: Es entsteht ein Bluthochdruck – auch falsch. Wir verlieren Flüssigkeit, der Druck geht runter. Wer das mit dem Aldosteron-Sprüchlein durchdenkt, kann das super herleiten.
00:05:59: SARAH: Dann gab es eine Frage: „Bei welchen Krankheitsbildern können Sie Ödeme erwarten?" – und der Morbus Addison war als Möglichkeit dabei. Viele tippen da auf Ja. Aber?
00:06:09: LUKAS: Aber nein. Ödeme entstehen zum Beispiel, wenn Flüssigkeit aus den Blutgefäßen ins Gewebe gedrückt wird – dafür brauchen wir Druck im Gefäß. Beim Addison ist das Blutvolumen erniedrigt. Kein Druck, keine Ödeme. Im Gegenteil, wir verlieren Flüssigkeit und können sogar in eine Exsikkose kommen.
00:06:26: SARAH: Das ist eine der häufigsten Fallen. Merkt euch: Addison macht keine Ödeme.
00:06:32: LUKAS: Dann schauen wir auf das vollständige Symptombild. Neben Hypotonie, Hyperkaliämie, Herzrhythmusstörungen und der Bronzehaut haben wir noch: Müdigkeit und Schwäche – die kommen sowohl durch den Aldosteronmangel als auch durch das fehlende Cortisol.
00:06:47: SARAH: Gewichtsverlust durch den Flüssigkeitsverlust. Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Obstipation – der Darm reagiert empfindlich auf die Elektrolytverschiebungen. Psychische Störungen wie Apathie, depressive Verstimmung, im schlimmsten Fall Verwirrtheit. Das hat viel mit dem Kaliummangel zu tun. Aber auch weil Cortisol fehlt. Das ist ja ein Stresshormon, das uns normalerweise anschiebt.
00:07:09: LUKAS: Und durch den Androgenmangel: Bei Frauen verminderte Sekundärbehaarung, Libidoverlust, Menstruationsstörungen. Allgemein Muskelatrophie.
00:07:18: SARAH: Und Hyperventilation – die kommt als Reaktion auf die Azidose. Der Körper versucht, über die Atmung Säure auszuatmen. Das Thema Säure-Basen-Haushalt schauen wir uns übrigens in der nächsten Folge nochmal genauer an – da lohnt es sich, tiefer einzusteigen.
00:07:18: LUKAS: Gut. Dann gibt es noch die DocCheck-Merkhilfe, die ich euch wirklich empfehlen kann: Vier Dinge zusammen machen den Addison wahrscheinlich – Schwäche, Gewichtsverlust, Hyperpigmentierung und Hypotonie. Wenn ihr diese vier in einem Fallbeispiel seht, denkt sofort an Addison.
00:07:51: SARAH: Es gab übrigens auch eine Frage zum „Hypokortisolismus" als Leitsymptom. Da war die Antwort: Schwäche und rasche Ermüdbarkeit. Korrekt. Und Vorsicht bei dem Begriff – der Amtsarzt nutzt manchmal „Nebenniereninsuffizienz" oder „Hypokortisolismus", meint aber eigentlich den Addison. Da müsst ihr flexibel sein.
00:08:10: LUKAS: Und noch eine wichtige Frage: Ursachen für Hypotonie – ist Morbus Addison dabei? Ja, eindeutig. Und in einer anderen Frage war Addison als Ursache für Hypotonie gefragt – das Muster ist also wiederkehrend.
00:08:24: SARAH: So. Jetzt kommen wir zu einem Thema, das man wirklich kennen muss – die Addison-Krise.
00:08:29: LUKAS: Die Addison-Krise ist die akut lebensbedrohliche Verlaufsform. Das ist kein „schlimmerer Addison" – das ist ein medizinischer Notfall. Eine Krise.
00:08:37: SARAH: Was passiert da? Alle Hormonspiegel brechen massiv ein. Die Hypovolämie wird so stark, dass wir in einen hypovolämischen Schock gehen können. Dazu eine ausgeprägte Hypoglykämie, weil das Cortisol fehlt, das normalerweise den Blutzucker stabilisiert.
00:08:54: LUKAS: Hyperkaliämie und Azidose verschärfen sich. Dazu kommen Bauchschmerzen – manchmal so stark, dass man an eine Peritonitis denkt, sogenannte Pseudoperitonitis. Fieber, Bewusstseinsstörungen bis zum Koma. Das kommt alles aus der Azidose und der Hypoglykämie.
00:09:10: SARAH: Und was löst eine Krise aus? Wichtig für die Praxis: Infektionen, Operationen, Traumata, starker Stress. Oder – und das ist besonders relevant für uns als Heilpraktiker – das abrupte Absetzen von Glucocorticoiden bei Patienten, die die dauerhaft nehmen.
00:09:26: LUKAS: Das ist ein Punkt, den man sich wirklich merken muss. Wer langfristig Cortison bekommt und das einfach weglässt, riskiert eine Addison-Krise, weil die eigene Nebennierenrinde in der Zwischenzeit die Produktion heruntergefahren hat.
00:09:26: SARAH: Und 2025 kam dazu eine Frage: „Welche Aussage ist falsch?" – und eine der richtigen Aussagen war, dass die Unterfunktion der Nebennierenrinde zu einer lebensgefährlichen Krise mit Flüssigkeitsverlust, Bauchschmerzen und Unterzuckerung führen kann. Ihr seht, das ist aktuell – erst vor wenigen Wochen in der Prüfung.
00:09:57: LUKAS: Gut. Dann wechseln wir die Seite. Raus aus dem Mangel, rein in den Überschuss. Morbus Conn.
00:10:04: SARAH: Morbus Conn – autonomer Hyperaldosteronismus. Also auch hier die primäre Situation, denn autonom bedeutet ja, da hat sich eine Drüse von ihrer Regulation abgekoppelt. Und dann ist auch noch wichtig: Beim Conn geht es nur um das Aldosteron, nicht um Kortisol oder Sexualhormone. Also: Zu viel Aldosteron. Jetzt müssen wir das Sprüchlein rückwärts denkt, dann ergibt sich die ganze Klinik von selbst.
00:10:29: LUKAS: Zu viel Aldosteron bedeutet: Mehr Natrium und Wasser werden zurückgeholt. Das Blutvolumen steigt. Und damit?
00:10:37: SARAH: Bluthochdruck! Hypertonie ist das Leitsymptom des Conn-Syndroms. Nicht irgendein Bluthochdruck – oft ein therapieresistenter, also einer, der sich mit normalen Mitteln schlecht einstellen lässt. Eben weil sich die Drüse von der Regulation abgekoppelt hat.
00:10:54: LUKAS: Und gleichzeitig: Mehr Kalium wird ausgeschieden. Wir verlieren Kalium – Hypokaliämie. Das ist das Gegenteil vom Addison.
00:11:04: SARAH: Und durch den Kaliummangel: Muskelschwäche, im schlimmsten Fall Lähmungsanfälle. Herzrhythmusstörungen. Obstipation. Taubheitsgefühle. Kopfschmerzen, Sehstörungen durch den hohen Blutdruck.
00:11:04: LUKAS: Und wir verlieren auch H-plus – also kommt es zur Alkalose. Dazu mehr in der nächsten Folge. Was hier wichtig ist: Conn und Addison sind in vielen Punkten direkte Gegenspieler.
00:11:04: SARAH: Genau. Addison: Hypotonie, Hyperkaliämie. Conn: Hypertonie, Hypokaliämie. Wenn ihr das Aldosteron-Sprüchlein könnt, könnt ihr beide Erkrankungen aus dem Kopf herleiten.
00:11:44: LUKAS: Was sind die Ursachen beim Conn?
00:11:44: SARAH: In etwa 70 Prozent der Fälle ist es eine beidseitige idiopathische Hyperplasie der Nebennierenrinde. In etwa 30 Prozent ein einseitiges Adenom.
00:11:57: LUKAS: Und das ist auch therapieentscheidend: Beim Adenom kann man operieren. Bei der Hyperplasie behandelt man mit Aldosteron-Antagonisten – also Medikamenten, die die Aldosteron-Wirkung bremsen, zum Beispiel Spironolacton.
00:12:10: SARAH: Dazu gibt es eine schöne Prüfungsfrage: „Eine Hyperkaliämie ist am ehesten zu erwarten bei?" – und die Antwortmöglichkeiten waren unter anderem: Einnahme von Spironolacton, also einem Aldosteron-Antagonisten, und Hyperaldosteronismus.
00:12:28: LUKAS: Na, was denkst Du?
00:12:29: SARAH: Spironolacton – ja, das bremst das Aldosteron. Weniger Aldosteron-Wirkung, weniger Kalium-Ausscheidung, mehr Kalium im Blut – Hyperkaliämie. Richtig.
00:12:41: LUKAS: Und Hyperaldosteronismus? Also zu viel Aldosteron wie beim Conn? Macht das auch Hyperkaliämie?
00:12:47: SARAH: Nein! Zu viel Aldosteron scheidet mehr Kalium aus. Da kämen wir in die Hypokaliämie, nicht in die Hyperkaliämie. Das ist eine Falle. Wer schnell liest und nur „Aldosteron" sieht, tippt vielleicht falsch.
00:12:47: LUKAS: Einmal war der Morbus Addison als Ursache für eine Hypokaliämie in einer Prüfungsfrage dabei. Was sagt ihr dazu?
00:12:47: SARAH: Auch eine Falle! Der Addison macht Hyperkaliämie, nicht Hypokaliämie. Weniger Aldosteron, weniger Kalium-Ausscheidung, Kalium bleibt im Körper. Wer da auf Ja tippt, fällt durch diese Frage.
00:13:23: LUKAS: Das wurde Jahre später nochmal identisch gestellt. Das sagt euch etwas darüber, wie wichtig dieses Grundverständnis ist.
00:13:30: SARAH: Noch ein wichtiger Abgrenzungspunkt für den Conn: Conn macht Dauerbluthochdruck. Wenn ihr ein Fallbeispiel seht mit anfallsartigen hypertensiven Krisen, Blässe, Herzrasen – dann denkt ihr nicht an Conn, sondern an das Phäochromozytom. Das ist ein Tumor im Nebennierenmark, der anfallsweise Adrenalin ausschüttet. Ganz anderes Muster.
00:13:30: LUKAS: Sehr wichtig. Conn ist ein Dauerzustand. Phäochromozytom sind Krisen.
00:13:59: SARAH: Und eine letzte Frage: „Welche Aussagen zur Nebenniere treffen zu?" – und zwei richtige Antworten gesucht. Dabei war: Eine Überfunktion der Nebennierenrinde kann zum Cushing-Syndrom führen – richtig. Und: Beim Morbus Addison besteht ein Mangel an Nebennierenrindenhormonen – auch richtig. Die anderen Antworten – ACTH im Nebennierenmark gebildet, Hypotonie beim Phäochromozytom – die sind falsch. Das sind genau die Quizfragen, bei denen man sauber sortiert haben muss.
00:14:32: LUKAS: Gut. Dann fassen wir kurz zusammen.
00:14:32: SARAH: Morbus Addison: Primäre Nebennierenrindeninsuffizienz. Alle drei Hormone fehlen – Aldosteron, Cortisol, Androgene. Aldosteron fehlt → Hypotonie, Hyperkaliämie, Hyponatriämie, Gewichtsverlust. Und Azidose, weil weniger H-plus ausgeschiedenen wird. Dann: Cortisol fehlt → Hypoglykämie, Schwäche. ACTH steigt kompensatorisch → MSH steigt → Bronzehaut, der braune Addison. Komplikation: Addison-Krise als lebensbedrohlicher Notfall.
00:14:32: LUKAS: Morbus Conn: Autonomer Hyperaldosteronismus. Zu viel Aldosteron. Leitsymptom Hypertonie. Dazu Hypokaliämie, Muskelschwäche, Herzrhythmusstörungen, Alkalose. Ursache meist beidseitige Hyperplasie oder Adenom. Kein MSH-Effekt, keine Bronzehaut.
00:15:30: SARAH: Und das Wichtigste: Das Aldosteron-Sprüchlein. Aldosteron holt Natrium und Wasser zurück, scheidet Kalium und H-plus aus. Wenn ihr das könnt und konsequent anwenden könnt – in beide Richtungen – dann könnt ihr euch fast alles herleiten.
00:15:46: LUKAS: Mein Tipp für euch: Macht euch wirklich eine kleine Tabelle. Addison links, Conn rechts. Blutdruck, Kalium, Natrium, Ödeme – und tragt ein, was rauf oder runter geht. Das hilft enorm.
00:15:59: SARAH: Mir helfen bei solchen Themen übrigens die Videotrainings von Stefan Barres total. Gerade die Hormonthemen – da wird alles nochmal richtig anschaulich erklärt, mit den Zusammenhängen, die ihr braucht.
00:15:59: LUKAS: Ja, Heilpraktikerausbildung24 – die Videos und Live-Kurse sind wirklich eine gute Ergänzung, auch wenn die Prüfung schon näher rückt. Da gibt es auch die Live-Prüfungs-Vorbereitungskurse für die schriftliche und mündliche Prüfung. Und die haben es dann wirklich in sich.
00:15:59: SARAH: Hahaha, da haben wir uns ja auch kennengelernt. Ok. In der nächsten Folge schauen wir uns dann den Säure-Basen-Haushalt genauer an – Azidose, Alkalose, wie der Körper das reguliert. Das haben wir heute bewusst nur angetippt, aber das Thema lohnt eine eigene Folge.
00:15:59: LUKAS: Bis dahin: Aldosteron-Sprüchlein üben. Und dann klappt das auch mit der Prüfung.
00:16:50: SARAH: Macht's gut und viel Erfolg beim Lernen, ihr Lieben!
00:16:53: LUKAS: Ciao, bis bald!
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