Alkoholabhängigkeit: Typen, Diagnostik, Prüfungsfallen

Shownotes

Die wichtigsten Inhalte dieser Folge

  • ICD-10 Klassifikation: Riskanter Konsum (>20g/Tag Mann, >10g/Tag Frau), schädlicher Gebrauch (F10.1) und Abhängigkeitssyndrom (F10.2) - mit den entscheidenden Unterschieden für die Prüfung
  • Jellinek-Typologie: Fünf Alkoholtypen von Alpha bis Epsilon - nur Gamma, Delta und Epsilon sind abhängig, während Alpha und Beta noch abstinenzfähig sind
  • Folgeschäden systematisch: Von der alkoholischen Fettleber über Pankreatitis bis zur Polyneuropathie - welche Organe betroffen sind und was typische Prüfungsfallen darstellt

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Weitere Inhalte dieser Folge

  • Diagnostische Trias: Gamma-GT, MCV und CDT als wichtige Laborwerte - plus MALT-Test und AUDIT als bewährte Screening-Instrumente
  • Therapiephasen in korrekter Reihenfolge: Motivation → Entgiftung → Entwöhnung → Nachsorge - eine häufige Prüfungsfalle liegt in der falschen Abfolge
  • Prognose und Realität: Nur 10-30% bleiben langfristig abstinent - "einmal abhängig, immer abhängig" als lebenslanger Grundsatz

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Transkript anzeigen

00:00:00: Hallo zusammen, willkommen bei den Heilpraktiker Hex.

00:00:03: Hier sind wieder eure Prüfungsknacker Sarah und Lukas.

00:00:07: Heute bearbeiten wir wieder ein wichtiges Thema für die Prüfungen – die Alkohol-Krankheit!

00:00:12: Und das ist wirklich kein kleines Kapitel.

00:00:14: Knapp zwei Komma fünf Millionen Menschen in Deutschland sind alkoholabhängig.

00:00:18: Weitere zweikommafünf Millionen haben einen riskanten Konsum.

00:00:22: Das Verhältnis Männer zu Frauen liegt bei ungefähr drei zu eins, wobei bei Frauen die Dunkelziffer hoch ist Und Kinder von Alkoholikern haben ein vierfach erhöhtes Risiko, selbst eine Alkohl- krankheit zu entwickeln.

00:00:34: Zahlen die uns erst mal schlucken lassen!

00:00:37: Lukas bevor wir richtig einsteigen.

00:00:39: Wir haben uns ja schon in den Folgen Vierzehn, Fünfzehn und Sechzehn ausführlich mit den Psychotropensubstanzen beschäftigt.

00:00:46: Genau kurze Orientierung also Die akute Alkuhleintoxikationen Mit den ganzen Promellewerten und dem pathologischen Rausch.

00:00:53: Die haben wir in Folge fünfzehn gemacht.

00:00:55: den Alkoholentzug mit seinem Delierrisiko in Folge sechzehn und die sechs Abhängigkeitskriterien, das klassische Prüfungspflichtwissen auch in Folge fünfzehn.

00:01:05: Heute gehen wir tiefer ins Krankheitsbild der Alkohlkrankheit selbst – Stufen, Typen, Folgeschäden, Diagnostik- und Therapie.

00:01:13: Perfekt!

00:01:14: Fangen wir mit einer einfachen Frage an.

00:01:16: Wo sind wir im ICD zehn wenn wir über die Alkuhalkrankheit reden?

00:01:20: Im Kapitel f eins psychische und Verhaltensstörungen durch Psychotropesubstanzen.

00:01:25: Und für Alkohol speziell ist das F-X.

00:01:28: Die dritte Stelle sagt uns dann, welches klinische Bild gerade vorliegt.

00:01:32: F-xen Punkt eins ist der schädliche Gebrauch.

00:01:35: F ten Punkt zwei – Das Abhängigkeitssyndrom.

00:01:38: Das sind heute unsere beiden Hauptkandidaten.

00:01:41: Moment moment!

00:01:42: Du hast da was übersprungen?

00:01:43: Es gibt ja auch noch den riskanten Konsum als Vorstufe.

00:01:47: Der steht nicht im ICD-Xen aber wir sollten ihn trotzdem kennen.

00:01:51: Stimmt, den müssen wir auf dem Schirm haben.

00:01:53: Riskanter Konsum heißt mehr als zwanzig Gramm Alkohol am Tag bei Männern – mehr als zehn Gramm bei Frauen.

00:02:00: Das sind zwei alkoholische Getränke beim Mann und eins bei der Frau.

00:02:03: Das sind die Grenzwerte, die wir uns merken.

00:02:06: Frauen vertragen übrigens weniger weil ihre Alkohldehydrogenase-Aktivität in der Leber kleiner ist als beim Mann.

00:02:12: Und jetzt die Preisfrage!

00:02:17: Bitte kurz mitdenken Ein Liter Bier

00:02:22: Das sind ungefähr vierzig Gramm reiner Alkohol, eine einzige Maß.

00:02:26: Und das ist schon das Doppelte der Tageshöchstmenge für einen Mann.

00:02:30: Eine wichtige Rechnung für die Prüfung!

00:02:32: Also gehen wir einen Schritt weiter.

00:02:33: – der schädliche Gebrauch.

00:02:35: f-zehn Punkt eins Hier haben wir schon Folgeschäden körperlich psychisch oder sozial aber noch keine Abhängigkeit.

00:02:42: Also zum Beispiel jemand mit einer Fettleber und Schlafstörungen durch Alkohol, aber der kann theoretisch noch aufhören ohne Entzugserscheinungen.

00:02:51: Genau!

00:02:51: Eine aktuelle Prüfungsfrage aus der HP-Züch formuliert das schön – win gemäß.

00:02:56: die Diagnose eines schädlichen Gebrauchs erfordert eine Schädigung der psychischen oder physischen Gesundheit.

00:03:02: Das ist das Unterscheidungsmerkmal zum riskanten Konsum.

00:03:06: Und jetzt die dritte Stufe Die Abhängigkeit.

00:03:08: Das sind die sechs Kriterien, die wir uns schon in Folge fünfzehn angeschaut haben.

00:03:13: Kurze Auffrischung für alle, die nicht mehr alles parat haben.

00:03:16: Craving – also der starke Drang zu konsumieren.

00:03:20: Kontrollverlust – also nach dem ersten Schluck brechen die Dämme.

00:03:23: Körperliches Entzugsymptom Toleranzentwicklung Also die Notwendigkeit immer mehr Substanz zu konsummieren Für die gleiche Wirkung.

00:03:32: Einengung, also die soziale und psychische Fixierung auf Konsum, Beschaffung usw.

00:03:37: Und dann der anhaltende Konsum trotz Schäden.

00:03:41: Für die Diagnose brauchen wir mindestens drei davon gleichzeitig und öfter innerhalb eines Jahres.

00:03:47: Und hier kommt eine klassische Prüfungsfalle, die immer wieder auftaucht Bei einem täglichen Alkoholkonsum von zehn Gramm besteht gemeiß ICD-X eine Alkohlabhängigkeit.

00:03:57: Richtig oder falsch?

00:03:59: Ganz klar falsch.

00:04:00: Die Menge definiert nicht die Abhängigkeit.

00:04:02: Es geht immer um die sechs Kriterien, eine andere Prüfungsversion fragt das Gleiche für vierzig Gramm pro Woche bei Männern – wieder falsch!

00:04:10: Und eine weitere Falle der Zeitraum?

00:04:13: Die Merkmale müssen im letzten Jahr erfüllt sein, nicht achtzehn Monate wie es in einer Prüfungfrage steht.

00:04:19: Zwölf Monate Punkt Lukas ein wichtiger Merksatz dazu, der uns in der Prüfungen und in der Praxis helfen kann.

00:04:26: Einmal abhängig, immer abhängigh.

00:04:29: Exakt Auch bei einem Patienten, der zehn Jahre trocken ist.

00:04:33: Jeder neue Alkohol-Konsum gilt als Rückfall.

00:04:36: Die Diagnosealkoholabhängigkeit bleibt lebenslang bestehen.

00:04:39: Das ist übrigens auch ein wichtiges Argument dafür, warum bei der Therapie meistens absolute Abstinenz empfohlen wird – obwohl es auch vereinzelte Ansätze für kontrolliertes Konsumieren gibt.

00:04:49: Gut!

00:04:50: Jetzt zu etwas das gerne in mündlichen Prüfungen dran kommt und zwar die Typologie nach Gelenick.

00:04:56: Genau Ein österreichischer Forscher, der das Trinkverhalten in fünf Typen eingeteilt hat.

00:05:01: Und auch hier gleich die erste Prüfungsfalle – wie viele Typen sind es?

00:05:06: Fünf nicht vier!

00:05:07: In einer ganz frischen Prüfung stand nämlich nach Gelenek werden vier Alkoholtypen unterschieden.

00:05:12: Falsch!

00:05:13: Merken wir uns Alpha, Beta, Gamma, Delta, Epsilon.

00:05:18: Der Alpha-Trinker ist der Konflikttrinker, der Betatrinker der Gelegenheitstrinker.

00:05:23: Die beiden sind abstinenzfähig und haben keinen Kontrollverlust.

00:05:27: Und jetzt kommt die zweite Falle, die in der gleichen Prüfung auftauchte!

00:05:30: Auch der Bettertrinker ist abhängig – auch falsch?

00:05:33: Ja so ist es….

00:05:34: Weder Alpha noch Beta sind abhängiger.

00:05:37: Die drei abhängigen Typen sind Gamma, Delta- und Epsilon.

00:05:41: Gamma is' der klassische Süchtige mit Kontroll Verlust.

00:05:44: Wenn er anfängt zu trinken, brechen die Dämme.

00:05:46: Delta ist der Spiegeltrinker, der seinen Alkoholspiegel halten muss.

00:05:50: Oft schon morgens das erste Bier weil sonst die Entzugssymptome kommen.

00:05:54: und Epsilon ist der Quartalstrinker wochen oder monatelang abstinent und dann plötzlich für ein paar Tage weg von der Bildplatte.

00:06:01: Ein kleiner Lern-Tipp für uns!

00:06:03: Alpha und Beta stehen am Anfang des Alphabets und am Anfang der Suchtentwicklung.

00:06:08: beide noch nicht abhängig.

00:06:10: Abgammer wird's ernst.

00:06:11: Und noch eine Prüfungsfalle.

00:06:13: Die Einteilung nach Gelenac bezieht sich nicht auf das Verhalten im Entzug, sondern auf das Trinkverhalten insgesamt.

00:06:20: Gut aufgepasst!

00:06:21: So jetzt kommen wir zum Herzstück der Folge – den Folgeschäden.

00:06:25: Denn der Alkohol macht fast im ganzen Körper etwas kaputt.

00:06:28: Fangen wir mit dem Stichwort Leber an.

00:06:30: Das ist der Klassiker.

00:06:32: Der Alkohl geht hier durch drei klassische Stadien.

00:06:35: Erstens die alkoholische Fettleber.

00:06:37: Etwa neunzig Prozent der chronischen Krinker haben sie.

00:06:40: Hier steigt das Gamma-GT, die Transaminasen – also GOT und GPT oder wie sie heute meist bezeichnet werden ALT und AST können aber noch normal sein.

00:06:51: Zweitens die alkoholische Steatohepatitis, Fetleberhepatidis bei etwa fünfzig Prozent.

00:06:57: Und drittens die alkuholische Zirose bei etwa fünfundzwanzig Prozent mit allen Komplikationen bis hin zum primären Leberzellkarzinom und Tod.

00:07:05: Und eine Prüfungsfalle, die wirklich öfter kommt Schließen normale Transaminasen eine alkoholische Fetleber aus?

00:07:13: Nein, diese Frage ist im Grunde lustig formuliert.

00:07:16: Denn bei der Fettleber sind die Leberzellen ja noch intakt – die Transaminasan gelangen also nicht ins Blut und sind nicht erhöht.

00:07:23: Normale Transaminazen sind also eigentlich zu erwarten bei einer Fettleber!

00:07:27: Und dann die Leverhautzeichen, die wir uns merken sollten….

00:07:31: Eine Prüfungsfrage aus der HP Medizin hat sie alle als richtig wert gewertet Palmar-Erythemen, also die gerötete Handinnenfläche und Plantarerothemen.

00:07:41: Die geröteten Fußsohlen.

00:07:42: Dazu Spider-Nevi – Gefäßsterlchen auf der Haut.

00:07:46: Die sprechen für eine fortgeschrittene Lebererkrankung

00:07:49: Und noch eine wichtige Todesursache bei Leberzirose!

00:07:52: Die Esophagiosvarizen Das Blut aus dem Bauchraum kann nicht mehr normal durch zerstörte Leber abschließen und sucht sich um Gehungskreisläufe unter anderem über die Speiseröhrenvenen.

00:08:02: Wenn sie anfangen zu bluten ist das lebensgefährlich.

00:08:05: Etwa dreißig Prozent der Alkoholiker sterben daran.

00:08:08: Nächstes Organ, der Pankreas.

00:08:11: Hier passiert etwas sehr Interessantes.

00:08:13: Kennt ihr den Sphincta-Odi?

00:08:15: Das ist der Muskel, der den gemeinsamen Ausgang von Gallengang und Pankreasgang am zwölf Fingerdarm verschließt – die Papillawaterie.

00:08:23: Alkuhol enkt diesen Muskel ein!

00:08:25: Was passiert dann?

00:08:26: Das Pankriassekret staut sich zurück und kann die Bauchspeicheldrüse selbst verdauen.

00:08:32: So entsteht eine akute Pancreatitis.

00:08:35: Bei chronischem Konsum, eine chronische Pankreatitis und die wiederum zerstört die insulinproduzierenden Zellen

00:08:41: Genau!

00:08:42: Und das ist der Weg zum sekundären Diabetes mellitus durch Alkohol.

00:08:46: Eine Prüfungsfrage listet folgende Symptome auf Schlafstörungen, Anämie, Impotenz, Diabetes Mellitus, Herzmuskelschäden... ...und die Lösung ist alle können eine Folge sein.

00:08:57: Der Alkohol macht wirklich überall etwas kaputt.

00:09:00: Bei der Anämie geht es um den geschädigten Magen, dort wird ein Stoff produziert, den wir brauchen, um Vitamin B-II aufzunehmen – das Intrinsischfaktor.

00:09:10: Ohne den geht das dann nicht mehr!

00:09:12: Es entsteht eine Vitamin b-II-Mangelanämie

00:09:15: Und außerdem kommt es durch die Schädigung der Darmschleimhaut zu einer schlechten Aufnahme von Vitamin B IX, der Fohlsäue

00:09:22: Und das Knochenmark wird vom Alkohol auch geschädigt, was die Bildung der Erythrozyten bescheidigt.

00:09:28: Mein Gott Lukas!

00:09:29: Ich trinke nie wieder etwas...

00:09:31: Ja ich denke gerade auch darüber nach.

00:09:34: Aber zurück zum Thema.

00:09:35: Die Vitamin-B-Mangel-Anämie ist eine makrocytäre Anämie mit erhöhtem MCV.

00:09:41: Die Erytherozyten sind also vergrößert.

00:09:43: Warum eigentlich?

00:09:44: Weil der Vitamin B Mangel die Erythropytonbildung im Knochemark stört.

00:09:49: B neun und b zwölf werden gebraucht, um die otten Blutkörperchen bei der Zellteilung richtig abzuschneiden.

00:09:55: Fehlen sie, werden die Erythrozyten zu groß – man nennt das auch eine megaloblastische Anämie!

00:10:01: Und dann die Impotenz?

00:10:03: Da geht es vor allem um die Schädigung der Nerven.

00:10:05: Auch das hat viel mit dem Vitamin-B-Mangel zu tun.

00:10:08: Sowohl einer Schädigungen im Gehirn und Rückenmark als auch einer Schädigung der Peripherennerven….

00:10:13: da spricht man von Polyneuropathie.

00:10:16: Übrigens, etwa zwanzig Prozent aller Alkoholiker haben eine symptomatische Polyneuropathie.

00:10:22: Und die kommt eben durch den Vitamin B-Mangel – vor allem B-I, B-IX und B-II werden schlicht aufgenommen!

00:10:28: Aber der Alkohl schädigt die Nerven auch einfach so….

00:10:31: nicht umsonst benutzt man ihn ja zum Beispiel als Desinfektions oder Putzmittel ….

00:10:35: er ist einfach sehr aggressiv.

00:10:37: Typisch bei der Polyneuropartie ist eine distal betonte strumpfförmige Sensibilitätsstörung an den Beinen

00:10:43: Und hier kommt eine wichtige Prüfungsfalle.

00:10:46: Ist ein typischer Alkoholfolge schaden, eine einseitige Abschwächung des Achilleszenenreflexes mit rechtsbetonter Sensibilitätsstörung?

00:10:56: Nein!

00:10:57: Der Alkohl ist ein systemisches Gift – die Polyneuropathie ist immer symmetrisch also beidseitig.

00:11:03: Eine einseistige Problematik spricht gegen Alkuhl.

00:11:06: da müssen wir an andere Ursachen denken wie einen Bandscheibenvorfall.

00:11:10: Weitere wichtige Folgen, die in den Prüfungen auftauchen Persönlichkeitsveränderungen, sozialer Abstieg, Libido-Verlust, Eifersuchtswahn, Ataxi – also Gangstörungen durch Polineuropathie.

00:11:23: All das kann Kennzeichen einer Alkoholkrankheit sein!

00:11:26: Den Eiferschutzwahn müssen wir uns auch merken.

00:11:29: Das ist auch ein häufiger Hintergrund für häusliche Gewalt bei Alkuholikern und eine ganz interessante Prüfungsfrage hat genau das zusammengefasst.

00:11:37: Persönlichkeitsveränderung und soziale Abstieg Libido Verlust & Eifschutzwarn Palmaeurithemen und Spidanei, Ataxie aufgrund von Polineuropathie.

00:11:47: Alle Aussagen richtig!

00:11:49: Und zur Epidemiologie noch eine düstere Zahl?

00:11:53: Etwa fünfzehn Prozent aller Alkoholiker sterben durch Suizid.

00:11:57: Die Suizitrate ist also bei Alkohlkranken deutlich erhöht – nicht geringer wie es in manchen Prüfungsfragen als falsche Antwort steht.

00:12:05: Die Lebenserwartung ohne Therapie ist um fünfzehnt bis zwanzig Jahre vermindert.

00:12:11: Und jetzt genauso wichtig, was nicht zu den typischen Alkoholfolgen gehört.

00:12:16: Eine Einfachauswahlprüfungsfrage lautet Welche Störung ist am wenigsten mit chronischem Alkohlmissbrauch verbunden?

00:12:23: Depressionen Herzmuskelerkrankung Neurologische Störungen Merkfähigkeitsstörungen Nierenerkrankungen.

00:12:30: Was sagst du Sarah?

00:12:31: Die Antwort ist Nierenerkrankungen.

00:12:34: die Niere wird vom Alkuhl am wenigste betroffen.

00:12:37: Dort sehen wir eher indirekte Probleme wie Gicht durch behinderte Harnsäure-Ausscheidung, aber die Niere selbst ist kein Kernorgan der Alkoholkrankheit.

00:12:47: Noch eine Prüfungsfalle!

00:12:48: Tüpfelung der Nägel – das ist kein Alkohlzeichen sondern typisch für Psoriasis und auch Gallensteine, Meningoencephalitis und Multiplesclerose sind keine Alkuhlfolgen.

00:13:00: Gut machen wir weiter mit der Diagnostik.

00:13:02: Lukas welche Laborwerte lassen uns an einer Alkiholkrankeit denken?

00:13:06: Drei Werte bilden die klassische Trias.

00:13:09: Das Gamma-GT, ein Leberwert der auch bei Gallenwegsproblemen steigt das MCV, dass mittlere Erythrozytenvolumen deswegen des Vitamin B-Mangels erhöht ist.

00:13:19: und das CDT, das Carbohydrate Deficient Transfarin Ein Langzeitmarker, der ab etwa sechzig Gramm Alkohol pro Tag über mindestens eine Woche ansteigt.

00:13:29: Und was es mit Kreatinien?

00:13:31: Das Kreatinin ist eine klassische Prüfungsfalle.

00:13:34: Es gehört zur Niere, nicht zu Alkoholdiagnostik.

00:13:38: Und wir haben ja gerade gesagt die Niere ist nicht das typische Alkohlorgan!

00:13:43: Und noch eine Prüfungsfalle, die erst kürzlich aufgetaucht ist?

00:13:46: Ist es sinnvoll bei einer Alkuhlintoxikation Naloxon zu verabreichen?

00:13:51: Nein – Auf keinen Fall!

00:13:53: Nal Oxon is der Antagonist für Opiate, nicht für Alkhool.

00:13:58: Gegen eine Alkko-Hulintoxication hilft Nal oxon gar nicht.

00:14:02: Neben dem Labor gibt es noch die Screening-Tests.

00:14:05: Den Cage-Test haben wir ja schon in Folge.

00:14:07: fünfzehn vorgestellt, vier einfache Fragen sehr niedrigschwellig aber zwei weitere Tests sollten wir uns namentlich merken.

00:14:14: Der Malt der Münchner Alkoholismus Test.

00:14:18: was den besonders macht?

00:14:19: er ist zweiteilig aufgebaut.

00:14:22: einen Teil füllt der Patient selbst aus den anderen der Untersucher.

00:14:26: Die Arztantworten werden dann vierfach gewichtet.

00:14:29: die Patienten Antworten einfach Ab elf Punkten gilt die Alkoholabhängigkeit als Nachgewiesen.

00:14:35: Im Malttest wird zum Beispiel gefragt, leide ich häufiger an einem Zittern der Hände?

00:14:40: oder nach den ersten Gläsern Alkohl habe ich ein unwiderstehliches Verlangen weiter zu zinken

00:14:45: und der Arzt klärt zum Beispiel liegt eine Lebererkrankung oder eine Polyneuropathie vor.

00:14:51: aber das nur als ein paar Beispiele aus dem Malttest.

00:14:54: Und dann gibt es noch den Audit.

00:14:56: Das ist der WHO-Test international eingesetzt.

00:14:59: Zehn Fragen Sie können als Fremd- oder Selbstbeurteilung durchgeführt werden und dauern nur ca.

00:15:04: fünf

00:15:05: Minuten.".

00:15:06: Wer sich hier tiefer einarbeiten will, kann das übrigens in den Videotrainings auf heilpraktikerausbildung.vierundzwanzigde machen.

00:15:14: Lukas und ich haben uns ja auf einem der live online Kurse von Stefan Barris kennen erlernt.

00:15:19: Gerade die systematische Aufarbeitung solcher Grenzen zwischen Tests, Kriterien & Folgeschäden hat mir damals richtig geholfen.

00:15:27: Ja, das kann ich absolut empfehlen.

00:15:28: Besonders die Livekurse zur Prüfungsvorbereitung sind goldwert weil man genau diese Feinheiten durchgeht.

00:15:35: Gut!

00:15:35: Zur Therapie jetzt Die Alkoholabhängigkeit ist eine chronische Erkrankung – nicht halber.

00:15:41: Der einzige Weg ist die lebenslange Abstinenz.

00:15:43: Ich lasse die Ansätze zum kontrollierten Trinken jetzt weg.

00:15:55: Zuerst die Motivationsphase, den Patienten überhaupt zur Behandlung bewegen.

00:15:59: Zweitens die Entgiftung – das ist die akute körperliche Phase in der wir das Entzugszentrum managen.

00:16:05: Drittens die Entwöhnung – Das dauert Wochen bis Monate meistens stationär oft in speziellen Einrichtungen.

00:16:12: und viertens die Nachsorge Selbsthilfegruppen wie die anonymen Alkoholiker – oft lebenslang.

00:16:18: Eine Prüfungsfrage fragt genau das ab!

00:16:20: Die Reihenfolge der Behandlungsphasen Entwöhnung, Entgiftung, Rehabilitation.

00:16:27: Richtig oder falsch?

00:16:29: Falsch!

00:16:30: Entgifthung kommt vor der Entwöhnung nicht danach.

00:16:33: Entgifting ist körperlich – Entwönung.

00:16:35: ist der Aufbau des suchtfreien Lebens Die richtige Aussage in der gleichen Prüfungsfrage.

00:16:40: In der Entgiftsphase können lebensbedrohliche Symptome auftreten

00:16:44: Und hier verweisen wir wieder auf Folge sechzehn.

00:16:47: Da haben wir das Entzugssyndrom mit allen Details besprochen inklusive dem Delierrisiko und warum der Alkoholentzug immer stationär gemacht werden muss.

00:16:56: Noch zwei wichtige Prüfungsfragen zur Therapie.

00:16:59: Erstens, sollte der Alchoholenzug als kalter Entzug ohne Substitutionsbehandlung erfolgen?

00:17:04: Nein!

00:17:05: Wir unterstützen Medikamentöse – zum Beispiel mit Sedativa wie Chlamydiazole oder mit Benzodiazepinen wie Diazepam.

00:17:14: Antikonvulsiver gegen Krampfanfälle Und ganz wichtig Vitamin B I also Thiamin, zur Wernicke und Korsakov-Profilaxia.

00:17:23: Zweitens ist das Ziel der Behandlung meist kontrolliertes Trinken?

00:17:27: Meistens nicht!

00:17:28: Der Goldstandard ist die Abstinenz.

00:17:30: Es gibt zwar Ansätze mit kontrolliertem Trinken aber das ist eher Nebenspur.

00:17:36: Und noch eine ernüchternde Zahl Wie viele Alkoholiker bleiben langfristig wirklich abstinent?

00:17:42: Nur circa zehn bis dreißig Prozent.

00:17:44: Eine Prüfungsfrage behauptet, dass man mit Langzeittherapien bei neunzig Prozent eine dauerhafte Abstinenz erreicht.

00:17:50: Das ist natürlich falsch!

00:17:52: Die Rückfallrate ist hoch

00:17:53: Umso wichtiger das die Angehörigen einbezogen werden... ...die Haltung konsequent aber verständnisvoll ist und die Frühdiagnose gelingt.

00:18:01: So Leute, das war die Alkoholkarkheit.

00:18:04: Wir haben die Stufen vom riskanten Konsum bis zur Abhängigkeit angeschaut die Folgeschäden an Leber, Pankreas, Nerven und vielen anderen Organen.

00:18:15: Die Diagnostik mit den klassischen Laborwerten- und Screening-Tests... ...und die Viertherapie

00:18:20: Phasen.".

00:18:21: Aber der Alkohol hat noch drei besondere neuropsychiatrische Folgen,... …die wir heute nicht behandelt haben – und die kommen in der nächsten Folge!

00:18:29: Nämlich die Alkohlhalozynose,….

00:18:31: …die Wernicke Encephalitis….

00:18:32: ..und das Korsakoff-Syndrom.

00:18:34: Im ICD-X sind das eigene Unterkategorien.

00:18:37: Deshalb packen wir sie in eine eigene Folge.

00:18:39: Und gerade für die HP-Psychoprüfung sind sie richtig wichtig.

00:18:43: Da geht es oft um die Differenzialdiagnose zwischen diesen drei plus dem Delier, aber das machen wir dann beim nächsten Mal!

00:18:50: Und auch die Alkoholembryopathie schauen wir uns in der Folge an.

00:18:54: Das ist ja im Grunde genommen auch eine Art Folgeproblem – deshalb passt es ganz gut zu Kossakoff und Wernicke dazu.

00:19:00: Jetzt noch ein Tipp zum Lernen.

00:19:02: Schaut euch zu jedem großen Organsystem eine kurze Lernkarte an.

00:19:06: Leber, Pankreas, Nerven Knochenmark Herz und notiert jeweils ein, zwei typische Alkoholfolgen.

00:19:13: Und eine eigene Karte für die Gelenektypen wo ihr Kontrollverlust- und Abstinenzfähigkeit als Zweispalten nutzt.

00:19:20: Perfekt!

00:19:21: Und wenn euch unser Podcast gefällt, erzählt gerne euren Lernpartnern und Lernpatnerinnen davon.

00:19:27: Dann hören wir uns beim nächsten Mal zu Wernicke, Corsakoffe, Alkohlhalozynose und Alkuhlembryopathie wieder.

00:19:34: Macht's gut und viel Erfolg beim Lernen!

00:19:36: Ciao bis bald.

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