Anatomie Gehirn: Gliederung, Meningen und Durchblutung
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Vier große Gehirnteile: Großhirn (wie eine Pilzkappe oben), Zwischenhirn (mittig versteckt), Hirnstamm (der Stiel mit Mittelhirn, Brücke und verlängertem Mark) und Kleinhirn (der Blumenkohl hinten dran)
Drei Hirnhäute als Schutz: Von außen nach innen - die harte Dura mater, die zarte Spinnweben-Arachnoidea und die weiche Pia mater, dazwischen schwimmt das Gehirn im Liquor wie in einem Wasserbett
Durchblutung mit Sicherheitsnetz: Vier Zuleitungen (zwei Karotiden, zwei Vertebrales) treffen sich im Kreisverkehr Circulus arteriosus - so kann bei Ausfall einer Arterie das Blut umgeleitet werden
Großhirn-Aufbau: Außen die graue Rinde (Sitz des Bewusstseins), innen die weißen Bahnen als Kabelverbindungen, plus die beiden Hälften verbunden durch den Balken
Zwischenhirn als Kommandozentrale: Thalamus als Tor zum Bewusstsein, limbisches System für Gefühle und der geniale Hypothalamus, der Nervensystem und Hormonsystem direkt verzahnt
Liquor-Kreislauf: Wird in den vier Ventrikeln gebildet, fließt in den Subarachnoidalraum, zirkuliert ums ganze Gehirn und wird über Zotten in den venösen Blutkreislauf aufgenommen
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00:00:00: SARAH: Hallo zusammen! Willkommen bei den Heilpraktiker-Hacks! Hier sind wieder eure Prüfungsknacker Sarah und Lukas. Heute steigen wir in eines der großen Anatomie-Themen ein: das Gehirn.
00:00:12: LUKAS: Und weil da so viel dranhängt, machen wir gleich einen Dreiteiler draus. Heute, in Teil eins, geht es um den Bauplan und den Schutz: Wie ist das Gehirn gegliedert, und wie ist es verpackt? In Teil zwei kommt dann „wer macht was" — die Funktionen. Und in Teil drei die Grundlegenden Muster der Krankheiten.
00:00:30: SARAH: Unser roter Faden heute: von grob nach fein und von innen nach außen. Fangen wir ganz grob an — Lukas, wie viele große Teile müssen wir uns merken?
00:00:41: LUKAS: Vier. Und die solltet ihr wirklich sicher zuordnen können, weil die Prüfer ständig fragen: Was gehört wohin? Die vier sind: Großhirn, Zwischenhirn, Hirnstamm und Kleinhirn.
00:00:52: SARAH: Das stelle ich mir so vor: Das Großhirn sitzt wie eine Mütze oben über allem drauf, fast wie eine Pilzkappe. Direkt darunter, mittig versteckt, das Zwischenhirn. Nach unten geht es weiter in den Stiel, das ist der Hirnstamm. Und hinten dran hängt der Blumenkohl — das Kleinhirn.
00:01:12: LUKAS: Schönes Bild. Wenn Du magst, lieber Zuhörer, mach kurz Pause und lass das Bild innerlich auftauchen.
00:01:12: SARAH: Au ja, das mache ich direkt. Einatmen - Ausatmen. Komm Lukas, mach mit. Deine Augen gehen zu...
00:01:12: LUKAS: Hahaha. Ja, ich sehe es vor mir. So ein Bild von einem Sagittalschnitt durch das Gehirn kennen ja die meisten. Wir machen jetzt weiter.
00:01:32: SARAH: Na gut. Diese vier Bereiche haben natürlich wieder eigene Anteile. Fangen wir mit dem Hirnstamm an.
00:01:39: LUKAS: Der Hirnstamm hat drei Teile. Die merken wir uns von oben nach unten: Mittelhirn, Brücke und verlängertes Mark.
00:01:46: SARAH: Mittelhirn, Brücke, verlängertes Mark — die drei zusammen sind der Hirnstamm. Notiert.
00:01:53: LUKAS: Und genau das wird auch gefragt: Was sind die Bestandteile des Hirnstamms? Richtig sind Mittelhirn, Brücke und verlängertes Mark. Und die zwei Fallen darin sind richtig lehrreich.
00:02:04: SARAH: Lass raten — das Großhirn?
00:02:04: LUKAS: Genau, das Endhirn beziehungsweise Großhirn — das gehört nicht zum Hirnstamm. Und die zweite Falle: das Kleinhirn.
00:02:14: SARAH: Moment, Moment — das Kleinhirn gehört auch nicht zum Hirnstamm? Das hängt da doch direkt hinten dran.
00:02:20: LUKAS: Es hängt dran, ist aber ein eigener Bereich. Merkt euch das, das ist eine klassische Verwechslung: Kleinhirn ist nicht Hirnstamm.
00:02:27: SARAH: Allerdings gibt es auch noch den Begriff Rautenhirn. Der gliedert ein wenig anders.
00:02:33: LUKAS: Ja, das Rautenhirn fasst Kleinhirn, Brücke und Medulla oblongata zusammen. In diesem Begriff gehören das Kleinhirn und Teile vom Hirnstamm dann doch zusammen.
00:02:42: SARAH: Das kommt aus der Entwicklungsgeschichte, richtig?
00:02:46: LUKAS: Ja. Das Rautenhirn ist sozusagen die fundamentale Gehirnebene von Wirbeltieren. Alle haben das. Da schauen wir im nächsten Teil bei den Funktionen noch mal kurz drauf.
00:02:56: SARAH: Gut, gehen wir von unten, vom Hirnstamm nach oben — was gehört zum Großhirn?
00:02:56: LUKAS: Ganz außen eine graue Schicht, die Hirnrinde, auch Kortex genannt. Das ist die graue Substanz. Darunter liegt die weiße Substanz, der subkortikale Bereich. Also der Bereich unter der Rinde.
00:02:56: SARAH: Die graue Substanz außen, das sind die Nervenzellkörper — und das ist sozusagen die Bühne fürs Bewusstsein. Da nehmen wir wahr, denken, fassen Entschlüsse.
00:03:25: LUKAS: Ja, die Großhirnrinde ist der Sitz unseres Bewusstseins. Im nächsten Teil lernen wir die Rindenfelder kennen. Die stehen für die ganzen verschiedenen Funktionen.
00:03:34: SARAH: Richtig. Wenn wir die Rinde aber erstmal nur anatomisch anschauen, dann wird sie in die Rindenlappen untergliedert, die sich im Grunde an den Schädelknochen orientieren.
00:03:44: LUKAS: Der Schläfenlappen, der Lobus temporalis, kam auch in einer Prüfungsfrage direkt vor. Was gehört zum Großhirn: Der Schläfenlappen. Die anderen sparen wir uns hier aber.
00:03:55: SARAH: Okay. Wir gehen zum subkortikalen Bereich, der weißen Substanz unter der Rinde. Was hat es damit auf sich?
00:04:02: LUKAS: Das sind die Bahnen, die Kabel, die alles verbinden. Die besteht also aus den Dendriten und Axonen der Nervenzellen. Und mitten in dieser weißen Substanz liegen nochmal einzelne graue Kerne eingelagert.
00:04:02: SARAH: Ich stelle mir das wie eine Landkarte vor: außen die Küste, die Rinde, und im Inland einzelne Städte — das sind diese Kerne. Eine Gruppe davon sind die Basalganglien. Und einen Kern von den Basalganglien merken wir uns schon für später: das Striatum, das brauchen wir dann beim Parkinson-Syndrom.
00:04:34: LUKAS: Genau, das heben wir uns für Teil drei auf. Wichtig jetzt noch: Das Großhirn hat zwei Hälften, eine linke und eine rechte.
00:04:42: SARAH: Und die sind verbunden — durch den Balken, das Corpus callosum. Stellt euch eine breite Autobahn vor, über die ständig Impulse zwischen den beiden Hälften hin- und herrauschen.
00:04:54: LUKAS: Und auch das ist ein Prüfungsbaustein, den ihr geschenkt bekommt: „Die beiden Großhirnhemisphären sind durch den Balken, das Corpus callosum, verbunden" fragt eine Prüfungsfrage — und ja - das stimmt.
00:05:06: SARAH: Okay. Dann schauen wir jetzt zwischen Hirnstamm und Großhirn: das Zwischenhirn. Was steckt da drin?
00:05:13: LUKAS: Da stecken einige sehr wichtige Zentren drin: der Thalamus, das Tor zum Bewusstsein. Nur die Sinnesimpulse, die durch dieses Tor kommen, erreichen unser Bewusstsein. Oder das limbische System, zu dem zum Beispiel der Mandelkern, die Amygdala, gehört.
00:05:28: SARAH: Da geht es um Gefühle. Da steckt zum Beispiel das Angstzentrum mit drin. Huuuu, Lukas, du zitterst schon vor Angst.
00:05:36: LUKAS: Ja, tatsächlich, da hast Du irgendeine verborgene Erinnerung angestoßen.
00:05:40: SARAH: Die sitzen im Hippocampus. Der gehört aber tatsächlich zur Großhirnrinde. Aber die verborgenen Teile des Unterbewusstseins stecken eher im limbischen System.
00:05:50: LUKAS: Na gut. Ich mache aber weiter. Schluss mit der Angst. Kommen wir zum Hypothalamus. Das ist ein echter King.
00:05:50: SARAH: Ja, der beherrscht weite Teile des Hormonsystems, weil seine Synapsen die Neurotransmitter ins Blut abgeben und dann die Drüsen der Hypophyse regulieren. Und Neurotransmitter, die ins Blut gehen, sind eigentlich Hormone. Der Hypothalamus besteht also aus Nervenzellen mit Synapsen, ist aber eigentlich eine Hormondrüse.
00:06:17: LUKAS: Das ist wirklich genial. So sind Nervensystem und Hormonsystem direkt verzahnt.
00:06:23: SARAH: Und er beherrscht ja auch das vegetative Nervensystem. Von ihm ziehen bahnen zu den Kernen von Sympathikus und Parasympathikus in den Hirnstamm und ins Rückenmark.
00:06:33: LUKAS: Wir hatten das in der Folge 37 über das vegetative Nervensystem besprochen.
00:06:38: SARAH: Und das Hormonsystem hatten wir auch schon gelernt.
00:06:41: LUKAS: Ja, das waren die Folgen 11, 12 und 13. Wir sind ganz schön tüchtig!
00:06:46: SARAH: Naja, Stefan treibt uns halt richtig an. Und so wie er es in seinen Videotrainings und Onlinekursen erklärt, kann man es halt auch einfach super verstehen und sich merken.
00:06:56: LUKAS: Ja, das finde ich auch. Hier sei jetzt nur kurz angemerkt, das die Hypophyse nicht zum Zwischenhirn gerechnet wird. Sie hängt eher vorne davor.
00:07:05: SARAH: So, jetzt haben wir das Hirn von innen. Drehen wir den Spieß um und gehen nach außen — wie ist dieses empfindliche Organ eigentlich verpackt?
00:07:13: LUKAS: In drei Hirnhäuten, den Meningen. Wir gehen sie von außen nach innen durch. Ganz außen der Schädelknochen. Direkt darunter die erste Haut, die Dura mater, die harte Hirnhaut — derb, fest, und gut zu wissen: schmerzempfindlich.
00:07:29: SARAH: Und dann nach innen weiter?
00:07:29: LUKAS: Darunter die Arachnoidea, die Spinnwebhaut. Und ganz innen, direkt auf dem Gehirn, die Pia mater, die weiche Hirnhaut.
00:07:39: SARAH: Merksatz für die Reihenfolge: von hart nach weich. Außen die harte Dura, in der Mitte die zarte Spinnweben-Arachnoidea, innen die weiche Pia. Drei Häute, von außen nach innen beschreibbar — das wollen die Prüfer von uns hören.
00:07:55: LUKAS: Genau. Und zwischen den Häuten sind Räume. Zwischen Knochen und Dura mater liegt der Epiduralraum. Er ist eigentlich nicht da. Nur wenn es zum Beispiel eine Einblutung gibt, hebt sich die Dura vom Knochen ab.
00:07:55: SARAH: Und zwischen Dura mater und Arachnoidalhaut liegt der Subduralraum, der Raum unter der Dura. Auch da kann es Blutungen geben.
00:08:16: LUKAS: Und jetzt kommt der für uns wichtigste Raum: der Raum zwischen Arachnoidea und Pia mater, der Subarachnoidalraum.
00:08:24: SARAH: Warum ist gerade der so wichtig?
00:08:26: LUKAS: Aus zwei Gründen. Erstens fließt da der Liquor, die Hirnflüssigkeit. Zweitens ist das der Ort der am häufigsten gefragten Hirnblutung, der Subarachnoidalblutung.
00:08:36: SARAH: Und wieso hat dieser Raum Platz für den Liquor, wenn doch die Häute eigentlich eng aufeinanderliegen?
00:08:36: LUKAS: Gute Frage. Die Pia mater legt sich in jede Furche und jede Windung des Gehirns mit hinein. Die Arachnoidea dagegen zieht oben einfach glatt drüber, wie eine Zeltplane über einer hügeligen Landschaft. Dazwischen entsteht ein richtig großer Raum.
00:08:57: SARAH: Zeltplane über den Hügeln — das merke ich mir. Die Reihenfolge der Häute und Räume wurde auch schon gefragt.
00:08:57: LUKAS: Ja: „Die Dura mater bildet die äußere Hülle des Gehirns" — das stimmt, sie liegt ja direkt am Knochen.
00:08:57: SARAH: Und es wurde mal gefragt: Der Subduralraum liegt zwischen harter und weicher Hirnhaut. Das hat viele verwirrt, denn der Raum liegt ja eigentlich zwischen harter Hirnhaut und Spinnwebhaut. Aber natürlich liegt er auch zwischen harter und weicher Hirnhaut.
00:09:26: LUKAS: Ja, an die Frage erinnere ich mich. Man sollte das als richtig ankreuzen.
00:09:30: SARAH: Lukas, Du hast den Liquor erwähnt — was ist das genau und wo kommt der her?
00:09:35: LUKAS: Der Liquor wird tief im Gehirn gebildet, in Hohlräumen, die wir Ventrikel nennen. Davon gibt es vier: zwei große seitliche, dann einen dritten, der schon leicht nach unten geht und einen vierten, der dann bis in den Hirnstamm zieht und dann im sogenannten Zentralkanal in der Mitte vom Rückenmark bis ganz nach unten in die Wirbelsäule zieht.
00:09:55: SARAH: Und wozu das Ganze?
00:09:56: LUKAS: Als Polster. Das ganze Gehirn schwimmt im Liquor wie in einem Wasserbett — das fängt Stöße ab und schützt es.
00:10:03: SARAH: Und der Liquor bleibt dann brav in den Ventrikeln sitzen?
00:10:06: LUKAS: Nein. Er fließt aus dem Ventrikelsystem hinaus in den Subarachnoidalraum, zirkuliert einmal ums Gehirn und runter ums Rückenmark, und wird am Ende wieder ins venöse Blut aufgenommen.
00:10:17: SARAH: Also hängen die inneren Ventrikel und der äußere Subarachnoidalraum zusammen. Der Liquor geht vom vierten Ventrikel in den Subarachnoidalraum über.
00:10:26: LUKAS: Genau. Und der Liquor fließt über den Zentralkanal runter ans Ende des Rückenmarks und geht von dort über den Subarachnoidalraum Außen am Rückenmark wieder nach oben. Auch dazu gab es eine Prüfungsfrage: „Das Ventrikelsystem steht mit dem Subarachnoidalraum in Verbindung" — richtig.
00:10:26: SARAH: Hm, jetzt frage ich mich: Wenn der Liquor in den Ventrikeln gebildet wird, dann entsteht ja immer mehr davon. Dann muss er auch irgendwo wieder abfließen.
00:10:52: LUKAS: Genau. Jetzt müssen wir nochmal zurück zu den Hirnhäuten. Und wir kommen auch zum letzten Punkt für Heute, zur Durchblutung des Gehirns. Aber wir fangen damit hinten an, also beim venösen Abfluss. Denn der Liquor geht jetzt ins venöse Blut über.
00:11:07: SARAH: Aber wo? Wie macht er das?
00:11:09: LUKAS: Dafür müssen wir zuerst die Sinuside kennenlernen. Von vorne nach hinten in der Schädelmitte, bildet die Duramater einen Hohlraum. Dort hinein fließen die ganzen Venen des Gehirns. Deshalb ist es ein Sinusid. Ganz hinten, auf Höhe des Nackens, geht er über in die Vena jugularis, die dann nach rechts und links weiter fließt.
00:11:30: SARAH: Okay. Und wo kommt jetzt der Liquor ins Spiel?
00:11:33: LUKAS: Das ist im Grunde ganz simpel gelöst: die Arachnoidea bildet Zotten, also Ausstülpungen in diesen Sinusid hinein und dort geht der Liquor in das venöse Blut über.
00:11:44: SARAH: Das ist wirklich ganz einfach gelöst. Muss man trotzdem erstmal draufkommen. Diese Zotten kann man auch auf den Bildern von den Gehirnhäuten sehr gut sehen. Okay. Jetzt haben wir den venösen Teil der Durchblutung, jetzt noch der arterielle. Wie wird das Gehirn versorgt?
00:12:00: LUKAS: Über vier Zuleitungen. Vorne zwei Halsschlagadern, die Arteriae carotides rechts und links, und hinten zwei Arteriae vertebrales, die durch kleine Löcher in den Querfortsätzen der Halswirbel hochziehen. Hinten am Nacken schließen sie sich zur Arteria basilaris zusammen.
00:12:00: SARAH: Die Karotis kennt man ja als Halsschlagader. Die teilt sich doch noch auf?
00:12:23: LUKAS: Richtig, in die Carotis interna, die nach innen ins Gehirn zieht, und die Carotis externa, die außen den Schädel und das Gesicht versorgt. Fürs Gehirn zählt die interna.
00:12:34: SARAH: Und wo treffen sich diese Gefäße?
00:12:36: LUKAS: Unten an der Hirnbasis münden sie in einen Gefäßring, den Circulus arteriosus, den Kreis von Willis. Stellt euch einen Kreisverkehr vor.
00:12:47: SARAH: Warum baut der Körper da einen Kreisverkehr?
00:12:49: LUKAS: Aus Sicherheit. Fällt eine Zuleitung aus, kann das Blut über den Ring umgeleitet werden — so stirbt nicht sofort ein ganzer Hirnteil ab. Diese Gefäßverbindungen nennt man Anastomosen. Und von diesem Kreisverkehr aus ziehen dann die eigentlichen Versorgungsarterien ins Gehirn: die Arteria cerebri. Da gibt es eine vordere, eine mittlere und eine hintere.
00:13:12: SARAH: Und zu dem Kreisverkehr bauen die Prüfer eine Frage dazu, oder?
00:13:16: LUKAS: Allerdings. Sie lautet: „Gefäßverbindungen zwischen den Hirnarterien gibt es nicht." Das ist falsch — genau der Kreisverkehr ist die Verbindung. Und die zweite Frage war: „Die Blutversorgung läuft im Wesentlichen über die zwei Arteriae vertebrales." Auch falsch, die Carotiden gehören genauso dazu. Und sie liefern sogar mehr Blut, als die kleineren vertebralis.
00:13:39: SARAH: Da war doch auch noch was mit der Energie?
00:13:42: LUKAS: Ja: „Das Gehirn nutzt vorrangig Fett als Energielieferant." Falsch — der Hauptbrennstoff des Gehirns ist Glukose, also Zucker. Dafür bekommt das Gehirn ganze 15-20% des Herzzeitvolumens ab. Das schwankt auch kaum bei Arbeit und Ruhe.
00:13:58: SARAH: Und was waren dann die richtigen Aussagen in der Frage?
00:14:01: LUKAS: Dass die Durchblutung des Gehirns bei Hyperventilation und bei intrakranieller Drucksteigerung abnimmt.
00:14:08: SARAH: Den Hirndruck erklär mir mal.
00:14:10: LUKAS: Raumfordernde Prozesse — ein Tumor, eine Blutung, gestaute Liquorräume — alles braucht Platz. Aber der Schädel ist ein starrer Knochenkasten. Also steigt der Druck. Und je höher der Druck, desto schlechter kommt das Blut noch durch.
00:14:24: SARAH: Und die Hyperventilation?
00:14:26: LUKAS: Das ist die spannende Kleinigkeit dahinter: Wer zu viel atmet, atmet zu viel CO2 ab. Und wenig CO2 stellt die Hirngefäße eng. Fürs Grobe: weniger CO2, engere Gefäße, weniger Durchblutung.
00:14:41: SARAH: Dieser Hirndruck hat aber noch eine richtig gemeine Folge, oder?
00:14:44: LUKAS: Die hat er. Steigt der Druck zu stark, wird das Gehirn nach unten gedrückt. Und am Hinterhauptsloch, dem Foramen magnum — da, wo das Gehirn ins Rückenmark übergeht — können dann Teile des Kleinhirns eingeklemmt werden.
00:14:57: SARAH: Das klingt lebensgefährlich.
00:14:59: LUKAS: Ist es auch — denn genau darunter sitzt die Medulla oblongata mit den lebenswichtigen Zentren für Herz, Kreislauf und Atmung. Aber das, liebe Leute, führt für Heute zu weit.
00:15:10: SARAH: Ein echter Cliffhanger! Aber den Prüfungsbaustein nehmen wir noch mit: „Bei Hirndrucksteigerung können Kleinhirnteile im Hinterhauptsloch eingeklemmt werden" — das stimmt.
00:15:20: LUKAS: So, dann machen wir den Sack zu. Die wichtigsten Punkte im Schnelldurchlauf.
00:15:24: SARAH: Vier große Teile: das Großhirn als Mütze obendrauf, das Zwischenhirn darunter, der Hirnstamm aus Mittelhirn, Brücke und verlängertem Mark — und das Kleinhirn hinten dran, das eben nicht zum Hirnstamm gehört. Außer man denkt ans Rautenhirn: Dann gehören Kleinhirn, Brücke und Medulla oblongata zusammen.
00:15:43: LUKAS: Im Großhirn außen die graue Substanz, die Rinde; innen die weiße Substanz, die Bahnen; und die zwei Hälften verbindet der Balken. Und in der weißen Substanz die Basalganglien, zum Beispiel das Striatum.
00:15:43: SARAH: Drumherum drei Häute — Dura mater hart, Arachnoidea Spinngewebe, Pia mater weich — und dazwischen der große Subarachnoidalraum mit dem Liquor, in dem das Gehirn schwimmt.
00:16:10: LUKAS: Und versorgt wird das Ganze über die Karotiden und die Vertebrales, die sich im Kreisverkehr treffen, dem Circulus arteriosus willisii — den Gefäßverbindungen als Sicherheitsnetz.
00:16:21: SARAH: Und wenn ihr beim Bauplan merkt, dass euch zum Vorstellen die Bilder fehlen — gerade die Häute und der Liquor sind ja so richtig räumliche Geschichten — dann schaut euch die Videotrainings von Stefan Barres bei Heilpraktikerausbildung24 an. Die machen genau diese Raum-Sachen anschaulich.
00:16:37: LUKAS: Hat sich bewährt: solche Folgen für den Überblick, die Videotrainings für die Vertiefung. Schaut mal rein unter Heilpraktikerausbildung24.
00:16:37: SARAH: Beim nächsten Mal kommt Teil zwei — wer macht was: die Rindenfelder, das Zwischenhirn, das Kleinhirn und die Medulla mit ihren Funktionen.
00:16:54: LUKAS: Und dann lösen wir auch den Cliffhanger auf.
00:16:57: SARAH: Macht's gut und viel Erfolg beim Lernen, ihr Lieben!
00:16:59: LUKAS: Ciao, bis bald!
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