Wenn das Wissen da ist, aber der Kopf blockiert – Mentaltraining für die Heilpraktiker-Prüfung

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Die wichtigsten Inhalte dieser Folge

  • Wenn das Wissen da ist, aber nicht abrufbar ist – Lukas und Sarah sprechen darüber, warum der Kopf in der Prüfung plötzlich leer sein kann – obwohl das Wissen eigentlich da ist. Und was das mit dem Zugang zum Wissen zu tun hat.
  • Der Atem arbeitet sowieso – die Frage ist nur, für wen – Ein einfacher Impuls von zehn Sekunden zeigt, wie bewusstes Atmen den Unterschied macht zwischen verkrampftem Suchen und klarem Denken. Direkt ausprobieren im Dialog.
  • Affirmationen – du machst sie längst – Die überraschende Erkenntnis: Negative Sätze wie „das schaff ich nie" sind auch Affirmationen. Nur selbst gewählt sind sie nicht. Was das bedeutet und wie man das ändert.

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Weitere Inhalte dieser Folge

  • Die Zahl vor dem Lernen – Wie eine einzige Zahl von null bis zehn zeigt, ob die nächste Lernstunde überhaupt etwas bringt – und was zwei Minuten Ankommen wert sein können.
  • Wegspringen ist kein Versagen – Wer beim Üben merkt, dass die Gedanken abschweifen, macht keine Fehler. Jedes Zurückkommen ist eine Wiederholung – wie beim Krafttraining.
  • Das Bild vom Briefkasten – Eine kleine Visualisierung, die Gefühle weckt statt Gedanken zu produzieren. Und warum genau das die stärkere Wirkung hat.

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Transkript anzeigen

00:00:00: SARAH: Hallo zusammen! Willkommen bei den Heilpraktiker-Hacks! Hier sind wieder eure Prüfungsknacker Sarah und Lukas. Und heute ist ein ganz besonderer Tag, Lukas.

00:00:00: LUKAS: Absolut. Das hier ist Folge fünfzig.

00:00:00: SARAH: Fünfzig Folgen! Wahnsinn. Lukas - wir sind schon fast ein altes Ehepaar. Durch dick und dünn sozusagen. Wir haben uns durch Kinderkrankheiten gearbeitet, durchs Ohr, durchs Auge, durch die Psychotherapie, durch das ganze vegetative Nervensystem.

00:00:30: LUKAS: Und noch anderes mehr. Und genau deshalb machen wir heute mal etwas anderes. Ich sag es gleich vorweg: Heute gibt es kein Krankheitsbild.

00:00:38: SARAH: Kein Krankheitsbild? In der Jubiläumsfolge?

00:00:41: LUKAS: Gerade in der Jubiläumsfolge. Weil ich in letzter Zeit über eine Frage nachgedacht habe, die mich nicht mehr loslässt.

00:00:48: SARAH: Dann raus damit.

00:00:49: LUKAS: Ich frage mich: Was nützt mir eigentlich mein ganzes Wissen, wenn ich im entscheidenden Moment nicht drankomme?

00:00:55: SARAH: Puh. Das sitzt, Lukas. Das habe ich schon von einigen meiner Mitschüler gehört, die bei der Prüfung waren.

00:00:55: LUKAS: In neunundvierzig Folgen haben wir daran gearbeitet, dass wir das Wissen haben. Heute reden wir über den Zugang dazu.

00:00:55: SARAH: Ich weiss genau, was Du meinst. Diesen Moment kenne ich auch selbst von meinen Prüfungssimulationen. Du sitzt da, du drehst den Fragebogen um, du liest die erste Frage — und es ist einfach nichts da. Der Kopf ist leer wie ein weißes Blatt.

00:01:23: LUKAS: Und das Schlimme ist ja: Das Wissen ist nicht weg. Du hast es gelernt, du hattest es gestern noch. Ja, du hattest es eben noch vor einer Minute. Und jetzt - jetzt kommst Du im entscheidenden Moment nicht dran.

00:01:36: SARAH: Und dann fangen die Gedanken an zu rasen. Ich kenne Leute, die haben nach der ersten schweren Frage innerlich aufgegeben. Die haben die restlichen Fragen gar nicht mehr richtig gelesen.

00:01:45: LUKAS: Und das ist der Punkt, um den es heute geht. Denn die Prüfung ist am Ende eben nicht nur eine Wissensleistung. Sie ist auch eine mentale Leistung.

00:01:54: SARAH: Und was machen wir jetzt damit? Wir können ja schlecht sagen: Leute, seid halt entspannt.

00:02:00: LUKAS: Nein. Aber ich kann euch erzählen, was ich gerade selbst mache. Stefan Barres hat eine Audioserie aufgenommen, siebzehn Teile, genau für diese Ebene. Kurze Impulse und innere Übungen für die Wochen vor der Prüfung. Ich habe mich eingetragen, und morgen kommt der erste Teil.

00:02:17: SARAH: Mentaltraining also?

00:02:18: LUKAS: Du klingst nicht begeistert.

00:02:18: SARAH: Ehrlich? Ich tu mich damit schwer. Ich hab so eine Vorstellung von: Man setzt sich hin und atmet. Und ich denke mir dann: Ich hab sechs Wochen bis zur Prüfung, da atme ich doch nicht nur rum, da lerne ich lieber noch eine Stunde Pathologie.

00:02:33: LUKAS: Sarah, Atmen ist Lebensenergie pur. Der Atem ist eine wundervolle Brücke zu deinem Energiesystem, und dein Energiesystem ist ein unglaublich kraftvoller Boden für deinen psychischen Zustand.

00:02:45: SARAH: Okay, da hast Du einen Punkt.

00:02:47: LUKAS: Es wird ja nicht "nur" geatmet. Es wird bewusst geatmet. Und mit dem Atem werden Impulse in deinen Geist gesetzt, die sehr stark wirken.

00:02:56: SARAH: Wie meinst Du das?

00:02:56: LUKAS: Ich frag dich einfach mal was. Stell dir vor, du sitzt in der Prüfung, und es kommt eine schwere Frage, vielleicht gleich am Anfang. Was passiert dann mit deinem Atem?

00:03:06: SARAH: Der stockt. Ganz klar. Ich halte die Luft an.

00:03:09: LUKAS: Und deine Muskeln? Was machen die?

00:03:09: SARAH: Okay, ich verstehe, worauf du hinauswillst. Die verkrampfen. Ich spanne alles an, Schultern, Kiefer, alles.

00:03:18: LUKAS: Und jetzt mal ehrlich: Mit angehaltener Luft und angespannten Muskeln — die dritte Frage, die du eigentlich gut beantworten könntest, fällt dir die dann leichter? Oder ist das Risiko größer, dass du da einen Fehler machst?

00:03:30: SARAH: Das Risiko ist größer. Natürlich.

00:03:33: LUKAS: Und siehst du, da geht es überhaupt nicht mehr um Wissen. Da geht es nur noch um Zugang.

00:03:38: SARAH: Moment, das muss ich kurz sacken lassen. Ich hab also die ganze Zeit gedacht, Atmen sei so ein Zusatzding für zwischendurch. Dabei atme ich in der Prüfung sowieso.

00:03:47: LUKAS: Genau das ist der Punkt. Du atmest sowieso. Die Frage ist nur, ob dein Atem für dich arbeitet oder gegen dich.

00:03:54: SARAH: Gut. Dann zeig mir das mal.

00:03:56: LUKAS: Machen wir zusammen, und ihr da draußen macht einfach mit. Atme ganz normal ein — und aus. Einfach so, wie Dein Atem von ganz alleine fließen will. Nimm ihn bewusst wahr. Wenn Du magst, kannst Du mal einen tiefen Atemzug einstreuen.

00:04:11: SARAH: Okay.

00:04:12: LUKAS: Und jetzt einen Impuls dazu: Ich atme ein und nehme wahr. Ich atme aus und lasse los.

00:04:14: SARAH: Ich atme ein und nehme wahr. Ich atme aus und lasse los.

00:04:24: LUKAS: Und jetzt noch einmal. Und beim Ausatmen lässt du die Schultern fallen.

00:04:28: SARAH: Oh. Die waren tatsächlich oben. Die hatte ich gar nicht auf dem Schirm.

00:04:32: LUKAS: Und das war jetzt ein Impuls von vielleicht zehn Sekunden.

00:04:35: SARAH: Und das ist es, was mich gerade wirklich überrascht. Ich hätte gedacht, sowas dauert eine halbe Stunde und man braucht eine Matte und eine Kerze.

00:04:43: LUKAS: Und genau deshalb kannst du es in der Prüfung machen. Niemand sieht es. Dein Nachbar merkt nichts davon.

00:04:49: SARAH: Und das wäre dann mein erster Merksatz für euch: Wenn die schwere Frage kommt, ist das Erste nicht das Suchen. Das Erste ist das Atmen.

00:04:49: LUKAS: Das...

00:04:58: SARAH: Ja, das bewusste Atmen.

00:04:58: LUKAS: Und jetzt will ich nochmal auf etwas zurückkommen, das du vorhin gesagt hast. Die Stunde Pathologie.

00:04:58: SARAH: Da steh ich auch zu. Sechs Wochen sind nicht viel. Ich brauche meine Zeit zum Lernen.

00:04:58: LUKAS: Und ich geb dir recht. Ich hab selbst ein paar Tage überlegt, ob ich mir das antue. Noch etwas Zusätzliches, so kurz vor der Prüfung.

00:05:19: SARAH: Und was hat den Ausschlag gegeben?

00:05:20: LUKAS: Eine Frage, die ich mir selbst nicht beantworten konnte. Sarah, wie viel von deiner letzten Lernstunde ist eigentlich angekommen?

00:05:28: SARAH: Ehrlich? Es gibt Abende, da lese ich eine halbe Stunde und weiß hinterher nicht mehr, was auf der Seite stand.

00:05:34: LUKAS: Und die Zeit war trotzdem weg.

00:05:36: SARAH: Die Zeit war weg. Ja.

00:05:36: LUKAS: Deshalb dreh ich deine Rechnung mal um. Es geht gar nicht darum, ob du fünf oder zehn Minuten ans Atmen verlierst. Es geht darum, ob die Stunde danach überhaupt etwas bringt.

00:05:47: SARAH: Und wie merke ich, welche Sorte Stunde ich gerade vor mir habe?

00:05:51: LUKAS: Mit einer Zahl. Gib dir vor dem Lernen kurz eine Zahl von null bis zehn. Wie aufnahmefähig bin ich gerade?

00:05:57: SARAH: Einfach so aus dem Bauch?

00:05:57: LUKAS: Einfach so aus dem Bauch, das dauert fünf Sekunden. Probier es mal. Jetzt.

00:05:57: SARAH: Jetzt gerade? Sieben. Vielleicht sogar acht.

00:05:57: LUKAS: Und wenn du bei drei bist?

00:06:08: SARAH: Dann brauche ich mich wahrscheinlich gar nicht erst hinzusetzen.

00:06:08: LUKAS: Genau. Auf Stufe drei bringt dir die Stunde Lernen nichts. Und dann sind zwei Minuten Ankommen keine verlorene Zeit. Die machen die Stunde überhaupt erst brauchbar.

00:06:20: SARAH: Das leuchtet mir ein.

00:06:21: LUKAS: Und jetzt kommt der Teil, der mir wirklich wichtig ist. Stell dir mal vor, du bist in der Prüfung auf Stufe drei.

00:06:27: SARAH: Oh.

00:06:28: LUKAS: Merkst du das überhaupt?

00:06:29: SARAH: Nein. Wahrscheinlich nicht. Und weißt du was, ich hab da sogar ein Beispiel. Bei meiner letzten Prüfungssimulation habe ich hinterher gemerkt, dass ich ab Frage zehn nur noch überflogen habe.

00:06:36: LUKAS: Hinterher.

00:06:41: SARAH: Hinterher. Währenddessen hatte ich das Gefühl, ich arbeite konzentriert. Und dabei war ich längst weg.

00:06:47: LUKAS: Und genau da sind wir beim Kern. Die sechs Wochen sind nicht dafür da, dass du am Prüfungstag etwas Neues kannst. Sie helfen dir, es in der Prüfung überhaupt zu merken.

00:06:56: SARAH: Weil ich nur ändern kann, was ich bemerke.

00:06:58: LUKAS: Und dann kannst du etwas tun. Dann merkst du auf Stufe drei: Ich bin gerade abgerutscht. Und du weißt, was jetzt hilft.

00:07:05: SARAH: Und das ist ein völlig anderer Gedanke als der, mit dem ich in diese Folge gegangen bin. Ich hab die ganze Zeit gedacht, das sei Zusatzarbeit. Dabei ist es Übung im Bemerken.

00:07:15: LUKAS: Und genau das kann man üben. Jeden Tag ein paar Minuten.

00:07:18: SARAH: Und da muss ich dich sofort bremsen, Lukas. Weil das der Punkt ist, an dem ich immer aussteige. Ich hab das nämlich schon mal versucht.

00:07:18: LUKAS: Und?

00:07:26: SARAH: Ich setze mich hin, ich will bei meinem Atem bleiben, und nach zehn Sekunden bin ich beim Einkaufen. Dann bei der Wäsche. Dann bei der Frage, ob ich die Endokrinologie nochmal durchgehen muss. Ich kann das einfach nicht.

00:07:37: LUKAS: Sarah, wie oft ist dein Kopf denn weggesprungen?

00:07:37: SARAH: Dauernd. Bestimmt zehnmal.

00:07:42: LUKAS: Und wie oft hast du gemerkt, dass er weg war?

00:07:42: SARAH: Auch zehnmal. Sonst wüsste ich es ja nicht.

00:07:42: LUKAS: Das waren zehn Wiederholungen.

00:07:49: SARAH: Wie meinst du das jetzt?

00:07:50: LUKAS: Es geht nicht ums Stillhalten. Es geht ums Zurückkommen. Und jedes Mal, wenn du merkst, dass du weg warst, ist eine Wiederholung. Wie beim Krafttraining.

00:07:58: SARAH: Moment, Moment. Dann ist das Wegspringen gar nicht das Problem?

00:08:02: LUKAS: Das Wegspringen ist das Material. Wer nie wegspringt, trainiert gar nichts. Du hast zehn Wiederholungen gemacht und gedacht, du hättest versagt.

00:08:10: SARAH: Das dreht mir gerade den ganzen Gedanken um.

00:08:13: LUKAS: Und deshalb machen wir es einmal kurz zusammen, und ihr da draußen macht wieder mit. Ein paar Atemzüge lang beim Atem bleiben. Und wenn ein Gedanke kommt, schieb ihn nicht weg. Sag innerlich freundlich: Ah, da bist du. Und dann zurück zum Atem.

00:08:27: SARAH: Ah, da bist du. Und zurück.

00:08:30: LUKAS: Und in der Prüfung springt es garantiert. Der neben dir blättert schon um. Die Uhr vorne tickt. Der Gedanke kommt: Was, wenn ich das nicht schaffe.

00:08:38: SARAH: Und wer das geübt hat, verliert dann nicht die Frage, an der er gerade sitzt.

00:08:42: LUKAS: Genau. Der Gedanke darf kommen. Du musst ihm nur nicht hinterherlaufen.

00:08:46: SARAH: Aber eins bleibt bei mir trotzdem hängen, Lukas. Diese Affirmationen. Ich soll mir also Sätze sagen wie: Ich bin ruhig, ich bin stark. Und dabei denke ich mir die ganze Zeit, dass ich das gar nicht glaube. Das kommt mir albern vor.

00:08:46: LUKAS: Dann frag ich anders. Welche Sätze sagst du dir denn jetzt schon?

00:09:03: SARAH: Wie, jetzt schon?

00:09:04: LUKAS: Beim Lernen, abends, wenn ein Thema nicht reingeht. Was sagst du dir da?

00:09:04: SARAH: Oh. Das schaff ich nie. Die anderen sind viel weiter. Warum kapier ich das nicht.

00:09:13: LUKAS: Und glaubst du diese Sätze?

00:09:13: SARAH: ... Ja. Die glaub ich sofort.

00:09:17: LUKAS: Und geprüft hast du sie nie.

00:09:19: SARAH: Nein. Die sind einfach da.

00:09:24: LUKAS: Und genau da liegt der Denkfehler. Du sagst dir längst Affirmationen, Sarah. Jeden Tag, hundertmal. Sie sind nur negativ und du hast sie dir nicht ausgesucht.

00:09:35: SARAH: Lukas, Du haust mich um. Das ist ein Hammer. Es geht also gar nicht darum, mir etwas Neues einzureden.

00:09:42: LUKAS: Es geht darum, zu merken, was da schon läuft. Und dann darf man sich aussuchen, was man stattdessen sät.

00:09:48: SARAH: Dann machen wir das jetzt. Einmal einatmen, ausatmen, und dabei innerlich mitsprechen: Ich atme ein und sage Ja zu mir. Ich atme aus und lasse los.

00:09:55: LUKAS: Ich atme ein und sage Ja zu mir. Ich atme aus und lasse los.

00:10:05: SARAH: Und das fühlt sich anders an als: Das schaff ich nie.

00:10:09: LUKAS: Jetzt hast Du den Schlüssel selbst schon gesagt: Es fühlt sich anders an. Das sind die Affirmationen, die am besten sind. Wenn sie Dir erlauben, etwas neues zu fühlen. Manchmal muss man dabei etwas suchen, bis man Sätze findet, die das bewirken.

00:10:23: SARAH: Also: "Ich sag Ja zu mir" gefällt mir wirklich total gut.

00:10:27: LUKAS: Das ist auch wirklich ein schöner Gedanke. Mir tut es gut, wenn ich denke: Mein Wissen kommt im richtigen Moment hervor.

00:10:34: SARAH: Oh, das ist auch sehr schön. Und Euch liebe Hörer und Hörerinnen - welche Gedanken tun Euch gut?

00:10:34: LUKAS: Lass uns noch einen Schritt weiter gehen. Gedanken wirken in die Welt. Alles beginnt mit Gedanken und wird durch sie gelenkt.

00:10:47: SARAH: Lukas, du wirst ja richtig poetisch.

00:10:49: LUKAS: Ja, aber das fällt mir echt schwer. Ich bin ja eher der Kopfmensch. Aber Gefühle entstehen eben noch stärker aus Bildern und Metaphern, als aus logischen Gedanken.

00:10:58: SARAH: Dann pass mal auf Lukas. Jetzt gebe ich Dir ein Bild. Und das steht für eine Geschichte, die du ganz sicher als Impuls ins Universum schicken willst.

00:11:07: LUKAS: Jetzt bin ich gespannt, Sarah. Schieß los.

00:11:09: SARAH: Stell dir vor, die Prüfung ist vorbei. Du öffnest den Briefkasten und da liegt das Schreiben vom Amt. Und da steht dein Name drauf. Und du hast bestanden.

00:11:18: LUKAS: Bei mir bleibt das ein Gedanke, kein Bild. Ist das verkehrt?

00:11:22: SARAH: Nein, es geht nicht darum, ob Bild oder Gedanke. Es geht um das Gefühl. Geh mal einen Moment in der Geschichte zurück: Die Sekunde davor. Du stehst am Briefkasten, du hast den Umschlag in der Hand und du weißt noch nicht, was drin steht.

00:11:35: LUKAS: Okay, das kenne ich.

00:11:37: SARAH: Und jetzt machst du ihn auf, und liest: Bestanden! Dein Bauch wird ganz leicht. Was machst du als Erstes?

00:11:43: LUKAS: Ich glaube, ich rufe meine Schwester an.

00:11:45: SARAH: Und da ist es. Da kommt die Energie, da kommt das Gefühl.

00:11:49: LUKAS: Stimmt. Das war plötzlich da.

00:11:51: SARAH: Und das ist keine Einbildung, das ist Übung. Dein Körper reagiert. Es geht um die Präsenz dieser Wirklichkeit und das gefühl, das daraus entsteht. Und je öfter du es hast, desto vertrauter wird es.

00:12:03: LUKAS: Und desto weniger fremd fühlt es sich am Prüfungstag an.

00:12:06: SARAH: Und jetzt fällt mir gerade etwas auf, Lukas. Wir haben in dieser Folge fünf Dinge gemacht, und zusammen haben die keine drei Minuten gedauert.

00:12:14: LUKAS: Dann sammeln wir sie nochmal ein.

00:12:16: SARAH: Bewusst ausatmen, wenn die schwere Frage kommt. Sich eine Zahl von null bis zehn geben, bevor man loslegt. Und zurückkommen, wenn die Gedanken springen.

00:12:24: LUKAS: Dazu: merken, welche Sätze man sich sowieso schon sagt. Und ein Bild davon haben, wie es ist, wenn es geschafft ist.

00:12:24: SARAH: Und das ist genau die Ebene, die in keinem Lernplan steht.

00:12:34: LUKAS: Und deshalb mache ich die Serie von Stefan Barres jetzt mit. Siebzehn Teile, alle zwei bis drei Tage kommt eine E-Mail mit einem neuen Audio. Kostenlos, ihr tragt nur eure E-Mail-Adresse ein.

00:12:34: SARAH: Und morgen geht Teil eins raus.

00:12:48: LUKAS: Morgen geht es los. Wenn Du zu spät dran bist: Das macht nichts. In jeder E-Mail sind auch die Links zu den vorherigen Folgen. Du kannst einfach das anhören, was dich anspricht.

00:12:58: SARAH: Und jetzt eine Frage für alle, die dieses Mal noch gar nicht zur Prüfung gehen. Ist das dann nichts für euch?

00:13:03: LUKAS: Im Gegenteil. Ich würde sogar sagen, ihr habt es besser als wir.

00:13:07: SARAH: Wieso das denn?

00:13:08: LUKAS: Weil diese Sätze und Bilder nicht am Prüfungstag anfangen zu wirken. Die bauen sich auf. Wer sechs Wochen vorher startet, hat sechs Wochen. Wer jetzt anfängt, ohne Termin im Nacken, hat vielleicht ein halbes Jahr.

00:13:20: SARAH: Und ganz ehrlich, das Bemerken brauchen wir ja nicht nur in der Prüfung. Das brauchen wir später in der Praxis genauso, wenn ein schwieriges Patientengespräch läuft.

00:13:29: LUKAS: Das habe ich mir noch gar nicht überlegt, Sarah. Hammer. Das stimmt.

00:13:29: SARAH: Eintragen könnt ihr euch unter H-P-A-24 Punkt D-E Slash M-P-V. Den Link findet ihr auch in den Shownotes zu dieser Folge.

00:13:43: LUKAS: Und damit sind wir am Ende von Folge fünfzig.

00:13:43: SARAH: Fünfzig Folgen, Lukas. Und ausgerechnet in dieser haben wir kein einziges Krankheitsbild besprochen.

00:13:52: LUKAS: Und trotzdem war es vielleicht eine der wichtigsten. Denn all das Wissen aus den anderen neunundvierzig nützt uns nur, wenn wir im entscheidenden Moment drankommen.

00:14:01: SARAH: Dann probiert es aus, Leute. Es kostet euch zehn Sekunden und eine E-Mail-Adresse.

00:14:05: LUKAS: Macht mit, wir machen auch mit.

00:14:08: SARAH: Macht's gut und viel Erfolg beim Lernen, ihr Lieben!

00:14:10: LUKAS: Ciao, bis bald!

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